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Seidenherstellung, Seidenqualitäten und Webarten

Eine kleine Stoffkunde.

Da Seide ein sehr spezielles Thema ist, tauchen meist dieselben Fragen auf.
Hier werden die grundlegenden Unterschiede zwischen Seidenqualitäten und Webarten grob erklärt. Selbstverständlich ist die Auflistung nicht vollständig.



Pflegehinweise für Seide

Wie wird Seide hergestellt?

Qualitätsstufen

Was bedeuten die Zahlen hinter dem Namen der Seide?

Was unterscheidet Seidenstoff von anderen Stoffen?

Wie erkenne ich echte Seide?

Acetatseide

Bourette

Chiffon

Crepe de Chine

Crepe Georgette

Crepe Satin

Flockseide

Haspelseide

Habotai

Honan-Seide

Viskose

Muschelseide

Organza

Ponge

Schappeseide

Naturstoffe

Wildseide

Dekostoffe

Seidenjersey




Pflegehinweise für Seide

Detaillierte Pflegehinweise für Seide finden sie hier: Pflegehinweise für Seide



Wie wird Seide hergestellt?

Die Gewinnung der Rohseide setzt sich aus verschiedenen Arbeitsgängen, wie dem Ernten der Kokons, Abtöten der Puppen durch Hitze, Trocknen, Entflocken, Sortieren und Kochen der Kokons zum Aufweichen des Serizins und dem Abhaspeln (Aufwickeln der Seidenfäden) zusammen. Es werden jeweils acht bis zehn Kokonfilamente zusammengehaspelt, die anschließend einen einzigen Seidenfaden bilden. Einzelne Kokonfilamente weisen eine Länge von etwa 800 bis 1.200 m auf. Für die Produktion von einem Kilo Rohseide werden durchschnittlich 10 bis 11 kg Kokons benötigt. Mit dem Begriff Rohseide werden zwei unterschiedliche Dinge bezeichnet: Zum einen verstet man unter Rohseide die abgehaspelte, also vom Kokon abgewickelte Seide vor dem Entbasten, die auch Grege genannt wird; zum anderen wird als Rohseide auch das aus Grege gefertigte Gewebe bezeichnet. Wie Rohseide entsteht: Vor der Verarbeitung müssen die Kokons der Seidenspinnerraupen gereinigt werden. Für Maulbeerseide werden die Raupen in den Kokons zuvor mit heißem Wasser abgetötet, bei Wildseide wartet man das Schlüpfen der Larven ab. Anschließend werden die Kokons in ein heißes Laugenbad gegeben, um sie zu reinigen. Im Wasser rotieren Bürsten, welche die Seidenfäden aufnehmen und in einem Zug abwickeln – das so genannte Abhaspeln. Weiterverarbeitung von Rohseide: Rohseide fühlt sich im Gegensatz zu verarbeiteter Seide eher rauh an und eine stumpfe Optik. Das liegt am Seidenleim, der noch nicht von den Seidenfäden entfernt wurde. Mit Seidenleim halten die Raupen ihre Kokons zusammen. Der Seidenleim, auch Seidenbast genannt, verleiht der Rohseide zudem eine gelbliche Färbung. Beim Entbasten in Seifenlauge werden diese Rückstände entfernt, die Seidenfäden sind danach dünner, aber auch weicher und bei Maulbeerseide erscheinen sie reinweiß. Selten wird auch Rohseide selbst verwendet, um Gewebe daraus zu fertigen. Diese haben einen festeren Griff als entbastete Seide und weisen den typischen Geruch nach Seidenleim auf



Qualitätsstufen

Wie bei vielen anderen Textilien wird auch Seide in Qualitätsstufen eingeteilt, wobei diese Stufen nur interne Richtwerte sind, die von jedem Hersteller anders ausgelegt werden können.

Die Abstufungen reichen von
AAA (Beste Qualität. 0 bis 1 Webfehler je Laufmeter)
AA (2 bis 5 Webfehler je Laufmeter)
A (6-10 Webfehler je Laufmeter)
B (Mehr als 10 Webfehler oder Löcher, Risse oder fehlerhafte Vor-/Nachbehandlung des Grundstoffes oder allg. stark fehlerhafte Ware.)

Daneben gibt es noch die Einteilung der Qualität nach Herkunft der Seide. Maulbeerspinnerseide gilt als die beste Qualität, wobei der Mittelteil des Kokons wiederum die beste Qualität aufweist.

Zuerst werden die Kokons abgebürstet und von der teilweise verhärteten Aussenhülle gereinigt. Dabei entsteht sogenannte Flockseide, die aus kurzen Fasern besteht. Die daraus gewonnen Seide ist relativ preiswert und wird meist für industrielle Zwecke verwendet.

Dannach wird der Mittelteil des Kokons abgehaspelt. Die langen, reinweißen Seidenfasern werden aufgewickelt). Diese Fäden sind die wertvollsten, da sie zw. 800 und 1.200 Meter lang und reinweiß sind. Dies ist die Haspelseide.

Die beiden Enden des Kokons und der innere Teil der Hülle, kann nicht einfach abgehaspelt werden, da sie zu stark mit Seidenleim verunreinigt sind. Seidenleim (auch Seidenbast genannt) ist der Stoff, mit dem der Maulbeerspinner die Fäden zusammenklebt und der an der Aussen- und Innenhülle des Kokons verhärtet. Nach einem weiteren Bearbeitungsschritt, in dem der Seidenleim durch Seifenlauge entfernt wird, können die verbliebenen Seidenfasern - die nun leicht gelblich, dünn und kurz sind - ausgekämmt werden.

Da Seide ein sehr teurer Rohstoff ist, werden auch kurze Fasern verwendet. Wattseide, das sind dies Fäden, die der Spinner als Halterung für den Kokon produziert und Florettseide, das die äußeren unregelmäßigen Schichten des Kokons beschreibt, machen rund 2/3 des Gesamtvolumens aus.

Durch das sog. Kammgarnverfahren können auch diese kurzen Fasern verwendet werden. Dabei werden die Fasern ausgekämmt und parallel zu Kammzügen von 50 bis 250 Millimetern Länge zusammengelegt. Diese Kammzüge werden dann Nappe, einer gleichmässigen Watte, verwoben. Dieses Gewebe wird durch mehrmaliges Verziehen zum sog. Vorgarn. Nach weiteren Zieh- und Dehnvorgängen entsteht so ein stabiler Seidenfaden aus dem Schappeseide gewoben werden kann.

Da beim Kammgarnverfahren nicht alle Teile verwendet werden können, entstehen aus diesen "Resten" wiederum Seidenfasern die zur Herstellung von Bouretteseide Verwendung finden.



Wie erkenne ich echte Seide?

Nun... ganz sicher können sie nur sein, wenn sie ein Mikroskop besitzen. Das ist nämlich gar nicht so einfach.

Oft wird zu Brennproben oder Reibeproben geraten.

Wenn sie den Artikel in Deutschland kaufen, muß die Textilie gemäß den Gesetzen gekennzeichnet sein. Es muß also etikettiert sein mit "100% Seide", "echt Seide" oder "echte Seide".
Jeder anständige Importeur wird sich daran halten, da empfindliche Strafen bei einer Fehlkennzeichnung die Folge wären. Anders kann es aussehen, wenn sie den Artikel Privat auf Versteigerungsplattformen erwerben.

Von vorneherein als nicht echt können sie Artikel identifizieren, die die Bezeichnung "100% Chiffon", "100% Satin", "100% Georgette" haben. Denn Chiffon, Satin oder Georgette bezeichnen ausschließlich die verwendete Webart - nicht das Material.
Ein Importeur wäre ausgesprochen dumm, wenn er freiwillig auf die Kennzeichnung als Seide verzichten würde, wenn es Seide wäre.

Brennproben können irreführend sein und führen nur dann zum Erfolg, wenn es sich um 100% Seide handelt. Sobald kleine Beimengungen anderer Textilfasern (z.B. 98% Seide/2% Elasthan) enthalten sind, kann das Ergebnis stark abweichen.
Seide ist schwer brennbar und brennt nach der Entflammung nur langsam weiter, kann sogar von selbst verlöschen. Der dabei entstehende Rauch ist weiß und riecht intensiv nach verbrannten Haaren (Horn). Die zurückbleibende Asche kann kleine kogelförmige Schlackeklumpen enthalten, die sie aber mit leichtem Druck zwischen den Fingern zu feinsten Rückständen zermahlen können.

Bügeleisenprobe:
Heizen sie ihr Büegleisen auf die höchste Stufe auf (Leinen) und bügeln sie über ein Stück der Stoffprobe. Wenn das Material aus 100% Seide ist, wird die Probe schlimmstenfalls braun/schwarz, wird aber nicht am Bügeleisen kleben bleiben, sich nicht wellen oder schmelzen. Sobald allerdings andere Textilien, wie z.B. Baumwolle oder Leinen enthalten sind, ist diese Methode unsicher.

Reibeprobe:
Gelegentlich wird vom "Seidenschrei" gesprochen, wenn man vom dem Geräusch spricht, das entsteht wenn man Seide fest aneinander reibt. Dies gilt leider nur für gewisse Webarten und Qualitäten. Sie können z.B. Seidensatin so lange aneinanderreiben, wie sie wollen und werden nichts hören. Je nach Webart verfügt Seide über unterschiedlich glatte Oberflächen. Auch die verwendeten Färbe- und Nachbehandlungsmethoden beeinträchtigen die Wirksamkeit dieser Methode sehr stark.

Gesunder Menschenverstand:
kann nützlich sein. Seide ist nach wie vor ein Luxusgut, das nicht billig ist.
Auch in China gilt Seide als Luxusgut und wird nicht zu Schleuderpreisen verkauft.
Wenn ein Angebot so preiswert ist, das sie stutzen müssen, ist es meist zu schön um wahr zu sein. Und wenn sie jemand betrügen will, wird er auch nicht davor zurückschrecken, sie zu belügen.



Acetatseide

Acetatseide sieht natürlicher Seide sehr ähnlich, wird aber aus den Stoffen Cellulose und Essigsäure produziert. Zuerst wird Celluloseacetat hergestellt, indem man Holzfasern mit Essigsäure in Aceton löst. Diesen Vorgang nennt man "verestern". Das so entstandene Celluloseacetat wird zu Acetatseide weiterverarbeitet, indem man es durch feinste Spinndüsen zieht und zu Garn weiterverarbeitet. Acetatseiden haben einen Schmelzpunkt von nur ca. 210° C und sind somit nicht sehr hitzebeständig. Beim bügeln können auch bei niedrigeren Temperaturen Verformungen und Verhärtungen des Acetatgewebes erfolgen.



Bourette

Bouretteseide besteht aus den Kokonresten und ausgekämmten Fäden der Haspel- und Schappeseide.

BouretteBouretteseide kann nicht absolut von Seidenleim gereinigt werden und weist deshalb einen sehr feinen, charakteristischen Geruch auf, der allerdings nicht unangenehm ist. Seidenleim hat hautberuhigende und entzündungshemmende Eigenschaften, weshalb es gerne für Baby- und Kleinkinderkleidung und Decken verwendet wird; auch Allergiker schätzen diese Eigenschaften der Bouretteseide. Da Reste der Kokons mit eingewebt sind und die Seidenfäden relativ kurz sind, ergibt sich eine noppige, aber sehr weiche Oberflächenstruktur. Bouretteseide wird zumeist in China und Indien produziert, wobei die chinesische Bourette weicher und glatter ist, als Bourette aus Indien.

Angebote: Seidenstoffe aus naturweisser China Bourette, naturweisser Indischer Bourette, einfarbiger chinesischer und indischer Bourette in 85 Farben und gemusterter Bourette.

Auf dieser Themenseite finden Sie detailliertere Informationen zu Bouretteseide.



Chiffon

Chiffon ist ein schleierartiges, zartes und durchsichtiges Gewebe, das gerne für Schleier, Schals, Strandmode und transparente Bekleidung verwendet wird.

ChiffonFalls Sie detailliertere Informationen zu Chiffon benötigen, haben wir hier eine Seite speziell zum Thema Seidenchiffon eingerichtet. Das sehr leichte und weiche Chiffongewebe entsteht, indem stark gedrehte Garne in wechselnder Drehrichtung in einer sehr lockeren Leinwandbindung gewoben werden.
Seidenchiffon eignet sich nur bedingt zum unterfüttern von Röcken, da Chiffon keinen Stand hat; besser geeignet sind dafür Seidengewebe wie Organza.
Seidenstoffe aus Chiffon sind meist in zarten Farben coloriert, da das Seidengewebe nur wenig Farbe aufnehmen kann. Durch unsere Erfahrung sind wir allerdings in der Lage auch kräftige, volldeckende Farbtöne herzustellen.

Angebote: Chiffonstoffe aus Seide in naturweiss und 85 Farben, sowie Chiffontücher und Chiffonschals.



Crepe de Chine

Crepe de Chine-Seidenstoffe weisen eine intensiv schimmernde Oberseite und eine samtig matte Unterseite auf. Die typische leicht "kräuselige" Oberfläche entsteht, indem stark überdrehte Garne für die Schussfädden verwendet werden.

Crepe de ChineDie besonders dichte Webart in Taftbindung sorgt für ein blickdichtes, warmes und sehr fließendes Seidengewebe, das weich und glänzend fällt. Aus Crepe de Chine gefertigte Seidenschals und sonst. Seidenkleidung verrutschen weniger als andere Seidenstoffe, da sie eine rauhe Unterseite aufweisen.
Seidenstoffe aus Crepe de Chine werden gerne verwendet für edle Seidenschals, Seidentücher, elegante Abendgarderobe und Nachtwäsche. Durch ihre dichte Webart kann Seidenstoff aus Crepe de Chine viel Farbe aufnehmen; in Verbindung mit der schimmernden Oberfläche wird so eine ausserordentliche Farbbrillianz erreicht.

Angebote: Seidenstoffe aus Crepe de Chine bieten wir Ihnen in naturweiss, sowie ein- und mehrfarbig gefärbt in 85 Farben an. Hier finden Sie Seidentücher und Seidenschals aus Crepe de Chine.



Crepe Satin

Crepe Satin weist - bedingt durch die Webart - zwei gänzlich unterschiedlich wirkende Seiten auf: Die Oberseite ist sehr glatt und hochglänzend, während die Unterseite matt und samtig - ähnlich dem Crepe de Chine - wirkt. Crepe Satin vereinigt somit die Eigenschaften von Satin und Crepe de Chine in perfekter Weise.

Crepe Satin Falls Sie detailliertere Informationen zu Satin benötigen, haben wir hier eine Seite speziell zum Thema Seidensatin eingerichtet.

Die Webart - auch Bindung genannt - besteht aus abwechselnd zwei S- und Z-Schusskreppfäden, während die Kettfäden aus Garnen mit normaler Drehung bestehen. Der Schussfaden wird unter einem Kettfaden hindurchgeführt und danach über mindestens zwei Kettfäden hinweg. So entsteht eine hochglänzende und eine mattiert wirkende Seite.
Die Einsatzmöglichkeiten von Crepe Satin sind sehr vielseitig: Durch den herrlichen Glanz und den schweren Fall eignet sich dieser Seidenstoff sowohl für edle Abendbekleidung, als auch für Accessoires. Auch edle Bettwäsche und Dessous werden gerne aus diesem hochpreisigen Material hergestellt.
Farben kommen auf diesem sehr dicht gewebten Material sehr gut zur Geltung, weshalb eine eher gedämpfte Färbung bevorzugt werden sollte.

Angebote: Finden Sie hier naturweisse und in 85 Farben gefärbte Satin-Seidenstoffe; Seidenschals und Seidentücher aus Crepe Satin sind hier erreichbar.



Crepe Georgette

Crepe Georgette wird gerne mit Chiffon verwechselt, weil sich das Seidengewebe auf den ersten Blick sehr ähnelt. Anders als Seidenchiffon jedoch, weist Seidenstoff aus Crepe Georgette einen wesentlich festeren Griff und einen stärkeren Stand auf.

Georgette Seidenstoff aus Crepe Georgette wird in einer Leinwandbindung gewebt, indem man wechselweise zwei Garne mit S-Drehung und zwei Garne mit Z-Drehung in Kette und Schuss verwendet.
Crepe Georgette wird z.B. als Material für Unterröcke und Unterkleider verwendet, mit denen man voluminösen Brautkleidern und Roben Fülle verleihen kann. Auch als Applikation und Futterstoff wird Crepe Georgette gerne verwendet.
Die Kontraste zwischen Leichtigkeit, Weichheit und Transparenz und der relativ hohen Steifigkeit machen Crepe Georgette zu einem interessanten Material.

Angebote: Wir bieten Ihnen naturweissen Seidenstoff aus Crepe Georgette, sowie naturweisse und gefärbte Seidenschals und Seidentücher an.
(Hier finden Sie detailliertere Angaben und Spezifikationen zu Georgette Stoffen)



Flockseide

Flockseiden bestehen aus relativ kurzen Fasern. Bevor der Seidenkokon abgehaspelt (die Fäden werden abgewickelt) wird, wird er zur Reinigung abgebürstet, wobei dann kurze Seiden"flocken" entstehen. Diese preiswerte Seide wird meist für Isolierungen, Wäremdämmungen, Automobilbau und Schallschutz verwendet. Es werden allerdings auch Stoffe daraus hergestellt und zu Kleidung verarbeitet.



Haspelseide

Haspelseiden gelten als höchste Qualitätsstufe der Naturseiden. Durch die beinahe reinweiße Färbung der Kokons werden nachfolgende Färbevorgänge erleichtert. Durch die bis zu 1.200 Meter langen Fasern ist die Weiterverarbeitung zu Gewebe ebenfalls relativ einfach. Haspelseide besteht ausschließlich aus dem Mittelteil des Kokons.



Habotai

Habotai-Seide stammt ursprünglich aus China, wo sie ca. 1.000 v. Chr. nach Japan gelangte und dort bevorzugt verwendet wurde.

Habotai-Seide wurde besonders zur Anfertigung von Kimonos und für hochwertige Seidenmalereien verwendet, da Habotai eine besonders glatte, reinweisse und glänzende Oberfläche aufweist.

Derzeit ist das Haupterzeugerland von Habotai-Seiden China.



Honan-Seide

Honan-Seide stammt aus der gleichnamigen Provins Honan im Osten Chinas.

Honanseide zählt zu den Wildseiden-Geweben. Wildseiden weisen meist Unregelmäßigkeiten im Faden auf, da die Kokons erst nach dem Schlüpfen des Schmetterlings zur Fadengewinnung benutzt werden. Da der Schmetterling eine Öffnung in den Kokon beißt, können die Fäden nicht in langen Zügen abgewickelt werden, sondern müssen teils miteinander verwebt werden um lange Fäden zur Weiterverarbeitung zu erhalten.

Verwebt wird Honanseide in einer klassischen Taftbindung, auch Leinwandbindung genannt. Dabei wird je ein Kettfaden unter einem Schussfaden hindurchgeführt, was ein dichtes Gewebe mit gleich aussehender  Unter- und Oberseite entstehen lässt.

Die rauhe, manchmal sogar rindenartige Oberflächenstruktur von Honan-Seiden steht im Gegensatz zu seiner Weichheit. Dies macht Honan-Seide beliebt bei Modedesignern, die Honanstoffe gerne für Blusen, Anzüge, leichte Mäntel und Abendkleider verwenden.

Auch als exklusiver Polsterbezug ist Honan-Seide prädestiniert.



Viskose-Seide

Viskose besteht aus Cellulosexanthogenat.

Diese Verbindung entsteht, indem man Cellulose zuerst mit Natronlauge behandelt. Unter Zusatz von Schwefelkohlenstoff entsteht das Xanthogenat. Dieses wird durch weitere Zugabe von Natronlauge verdünnt, wobei eine hochviskose Lösung entsteht.

Indem man diese zähflüssige Lösung durch feinste Öffnungen presst, wobei die Fäden sofort in ein schwefelsaures Fällbad gelangen entsteht dann wieder Cellulose, auch als Viskose-Seide bekannt.
Viskose-Seide besteht also nicht aus natürlicher Seide.

Wer es ganz ausführlich und wissenschaftlich korrekt erklärt haben möchte, dürfte hier fündig werden:

http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/kunststoffe/viskosyn.htm



Muschelseide

Muschelseide besteht zwar ebenfalls aus Proteinen, wird aber nicht aus Seidenspinnerkokons gewonnen. Steckmuscheln der Art Pinna nobilis sondern aus Drüsen am Fuß ein Sekret ab, das im Wasser erhärtet und die Muschel am Untergrund oder treibendem Seetang verankert.

Seit der Antike wurden die Fäden der Steckmuschel vor allem im Mittelmeer gewonnen. Da die Gewinnung sehr schwierig war, war Muschelseide ein überaus teurer Rohstoff. Weiterverarbeitet wurden sie zu kostbaren Stoffen und Gewändern.

Durch Raubbau starb diese Steckmuschelart bis Mitte des letzten Jahrhunderts beinahe vollkommen aus und steht heute unter Naturschutz.



Organza

Organza ist - ähnlich wie Crepe Georgette und Chiffon - ein sehr durchsichtiges und leichtes Gewebe. Verwebt wird Organza in einer Leinwandbindung, wobei der Kettfaden abwechseln über und unter dem Schußfaden verläuft.

Organza
Seidenorganza hat einen relativ festen Stand und wird gerne für Brautschleier, Brautmoden und Unterröcke für z.B. Pettycoats und Abendkleider mit voluminösen Röcken verwendet.
Organza ist Webartbedingt anfällig für Faltenbildung und Beschädigungen.

Angebote: Meterware aus naturweissem und in 85 Farben gefärbtem Seidenorganza, sowie Seidenschals.



Ponge

Seidenstoffe aus Ponge sind sehr vielseitig einsetzbar:
Durch die robuste Taftbindung und die beiden glatten, glänzenden Oberflächen kann Pongeseide viel Farbe aufnehmen und somit einfach gefärbt werden.

PongeSeidenstoffe aus Ponge können relativ einfach zu Kleidungsstücken, Schals und Tüchern verarbeitet werden. Eine Taftbindung entsteht, indem man den Schussfaden abwechselnd über und unter dem Kettfaden hindurchführt.

Angebote: Unser vielfältiges Angebot an Pongeseiden umfasst naturweisse und in 85 Farben gefärbte Seidenstoffe, sowie naturweisse und ein- und mehrfarbig gefärbte Seidentücher und Seidenschals.



Schappeseide

Schappeseide, auch Florettseide oder einfach Schapp(e) genannt, besteht aus "Resten" der bereits abgehaspelten Kokons.
Im Kammgarnverfahren werden so Seidenfasern mit Längen zwicshen 50 und 250 Millimetern gewonnen. Der Seidenstoff aus den so gewonnen und weiterverarbeiteten Schappefasern ist weich und nur noch leicht glänzend.



Was bedeuten die Zahlen hinter dem Namen der Seide?

Sie haben sich gefragt, was Angaben wie Ponge 05, Crepe de Chine 12 oder Organza 3.5 bedeuten?
Seide wird nach Gewicht gehandelt. Dazu benötigt man eine feste Grundeinheit. Bei Diamanten hat man sich irgendwann auf die Gewichtseinheit "Karat" geeinigt und je nach Reinheitsgrad ist 1 Karat Diamant soundsoviele Euro wert.
Bei Seide ist es ähnlich: Die Grundeinheit heißt "Momme" und stammt aus Japan. 1 Momme (Abkürzungen: "m/m" oder "mm") entspricht 3,78 metrischen Gramm.
Da es im alten Japan noch keine Meter und Quadratmeter gab, entspricht heutzutage 1 Momme 4.31Gramm je Quadratmeter eines einfach gewebten Seidenstoffes in der Bindung Leinwand oder Taft (Der Schußfaden kreuzt die Kettfäden je einmal oben und unten). Diese Bindung wurde als "Ponge" bezeichnet und so übernommen.

Somit haben wir nun als Grundeinheit: 1 Quadratmeter Seide in der Webart Ponge 1 wiegt 4.31 Gramm, wobei die Webart absolut unwichtig ist.

1 Quadratmeter Ponge 05 wiegt also dasselbe wie 1 Quadratmeter Chiffon 05 oder 1 Quadratmeter Crepe de Chine 05.
Wichtig sind Fläche (Quadratmeter) und Gewicht (Momme).
Ponge, Chiffon, Crepe de Chine etc. bezeichnen die Webarten (Bindungen), wobei die Art der Bindung einen großen Einfluß auf den Preis hat.
Eine einfach herzustellende Bindung, wie z.B. Ponge kann wesentlich preiswerter und einfacher hergestellt werden, als z.B. ein Jaquard-Gewebe mit aufwendig eingewebten Mustern.



Naturstoffe

Eine detailliertere Seite über Naturstoffe haben wir hier für Sie eingerichtet: Naturstoffe



Wildseide

Eine detailliertere Seite zum Thema Wildseide haben wir hier für Sie eingerichtet: Wildseide



Dekostoffe

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Seidenjersey

Eine detailliertere Seite zum Thema Seidenjersey haben wir hier für Sie eingerichtet: Seidenjersey

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